marARThon 30 x 30 cm
projektbeschreibung
auf diesen formaten beginnen wir den kreativen akt allermeistens zusammen. wir sitzen uns gegenüber und jeder platz ist uns willkommen, sei es auf einer schifffahrt, in der bahn, im restaurant oder zuhause. – jeder mit einem leeren blatt vor sich und der gegenseitig zugestandenen freiheit hat nun die möglichkeit die ganze welt mit den mitgebrachten utensilien neu zu erfinden. wir arbeiten mit dem moto: freiheit geben und freiheit nehmen in der wertschätzung der arbeit des anderen. sobald einer das blatt tauschen will, am anderen blatt weiterarbeiten möchte, wird getauscht. der ausdruck einer bilderwerkstatt beschreibt sehr gut wie wir an den bildern arbeiten. es darf daran gewerkt werden bis die spähne fliegen. in gegenseitiger übereinstimmung dürfen die blätter nicht nur bemalt oder darauf gezeichnet werden, sie dürfen auch angerissen, zerrissen, verklebt, zerschnitten, bewässert, befeuert oder sonst wie malträtiert werden. um dann neu zum leben zu erwachen in collagen, geweben oder anderem neu gefundenem zusammenfügen. vielfach sind wir stunden vertieft in die kollaborative arbeit und es macht uns riesenspass die arbeiten oder das arbeiten daran zu beschreiben. in schüttelreimen die manchmal auf dem blatt ihren plazt finden oder blödeleien die inspirieren für einen titel oder nicht. aus den zwei initialen blättern werden es manchmal 3, 4 oder mehr. die überschüssige farbe findet auf einem weiteren blatt ihren ausdruch oder ein abdruck eines noch nicht trockenen blattes bestimmt den anfang eines weiteren. auch der inspiration lassen wir freien lauf. sie darf aus dem innen- oder aussenleben kommen. die umgebung darf mitwirken. und vielfach ist auch hier die vorarbeit des anderen eine immense inspirationsquelle, besonders dadurch weil wir zwei individuen bleiben und jeder mit seiner eigenArt das werk bereichert. vielfach entsteht mit der finalen arbeit an einem blatt, die eine person macht ein narrativ oder da und dort wird noch etwas verfeinert oder vervollständigt. bei diesen arbeiten geht es uns nicht hauptsächlichum um ästhetik, die ergibt sich durch den prozess. es ist das staunen über die unendlichen möglichkeiten, das uns antreibt, die positve erfahrung auch, dass wir uns ganz eigen eingeben können und dass dies vom anderen genau so gewünscht wird. es sind die immer wieder unerwarteten impulse von innen und aussen, die den organischen, nicht vorbestimmten prozess zu einem immensen erlebnis machen. die erlebte freiheit und befreiende wirkung. und nicht zuletzt das zustande gekommene werk, ein zeugnis von freiheit, kreativität und gelungener kollaboration. wir hoffen, dass die lebendigkeit der bilder auf den betrachter rüberspringt.
130 x 130 cm
projektbeschreibung
auf diesen formaten arbeiten wir zumeist alternierend . vorgaben für das anstehende werk gibt es keine. jeder wählt unabhängig vom anderen in welchem stil, mit welcher technik, in welcher art und weise, er dem werke den ersten ausdruck verleihen will. sobald wir jeweils beide bereit sind die leinwände auszutauschen, treffen wir uns und diskutieren über alles mögliche hinsichtlich des forschreitenden werkes. die aufgabe auf dem vom anderen begonnenen werke weiter zu arbeiten ist eine grosse herausfoderung und zugleich eine immense inspiration. nur durch gegenseitige wertschätzung der arbeit ergibt sich eine fruchtbare kollaboration. wir sind immer wieder erstaunt über das haken schlagen des werkes. das narrativ und die bildsprache brauchen ihre zeit um sich herauskristallisieren zu können. und manchmal bestimmt der dritte partner, das bild, wohin die reise geht. das breitwillige dem anderen zur verfügung stellen der ganz persönlichen kreativen auseinandersetzung auf der leinwand, erfordert ein hohes mass an vertrauen und ist nicht jedermanns sache wie sich herausstellte bei anderen kollaborativen experimenten. erstaunlich mag erscheinen, manchmal uns selber auch, dass wir beide den schritt hin zum gemeinsamen werk nicht als einschränkung, als beschneidung unserer individuellen kreativität empfinden, es ist ganz im gegenteil ein nicht nur urs + eugen sondern immer ein urs x eugen.
kunstoffplatten 50 x 50 cm
projektbeschreibung
das projekt kunststoffplatten 50 × 50 cm entsteht aus der entwicklung eines modernen, flexiblen rahmensystems aus transparentem kunststoff. was als lösung für das rahmen von arbeiten im format 30 × 30 cm beginnt, wird rasch zu einem eigenständigen bildträger: der rahmen fungiert nicht nur als begrenzung, sondern auch als vorder- und hintergrund, auf dem direkt gearbeitet wird. die aufhängung ist konstruktiv sichtbar und teil der arbeit. vier äussere bohrungen durch die kunststoffplatte nehmen flachrundschrauben auf; auf der rückseite werden sie mit gewindehülsen und karosseriescheiben fixiert. die hülsen dienen zugleich als distanzhalter zwischen platte und wand und als aufhängepunkt. dadurch entsteht ein präziser abstand zur wand, der die transparenz und den schattenwurf der platte in die Bildwirkung einbezieht. im prozess der rahmung entsteht eine malerische entdeckung: ein farbig gemaltes passpartout für das 30 × 30 cm bild wird zur eigenen bildsprache. aus dieser aufmaltechnik entwickelt sich die idee, ganze bilder direkt auf den kunststoffplatten anzulegen. die transparenz wird zur methode: es wird auf der vorder- und rückseite gezeichnet und gemalt, es wird geklebt, gekratzt, geschichtet und wieder überarbeitet. linie, farbe und spuren liegen in mehreren ebenen übereinander und verändern sich je nach blickwinkel, licht und abstand. eine zusätzliche, transparente abdeckplatte schützt die arbeit und erweitert gleichzeitig das system. durch die schichtung entstehen zwei weitere malflächen, die wie eine zweite bildhaut funktionieren und neue räumliche überlagerungen ermöglichen. das projekt versteht malerei und zeichnung als offenes experiment mit material und konstruktion. es nutzt die eigenschaften von kunststoff als durchsichtigem, robustem und bearbeitbarem bildträger und führt die arbeit vom flachen bild in den raum weiter: es entstehen hängende, farbige lichtobjekte und kubische formen, und aus einzelnen arbeiten wachsen plastische elemente heraus. im zentrum stehen kollaboration, freiheit und der lustvolle ernst des ausprobierens – mit dem klaren ziel, den bildbegriff immer wieder neu zu öffnen.
mini kunstkarte
projektbeschreibung
die mini kunstkarte ist ein künstlerisches projekt im format A6. sie entsteht ursprünglich für die artdesuisse 2025 herbstausstellung in luzern und ist von beginn an als hybride arbeit gedacht: als kunstkarte und zugleich als visitenkarte. jede mini kunstkarte ist handgefertigt und besteht aus karton. sie setzt sich aus einer vorder- und rückseite zusammen und ist teilweise gefaltet, teilweise ungefalzt. die gestaltung variiert bewusst. manche karten sind bemalt, andere gezeichnet, einige tragen einen kurzen satz oder lediglich ein einzelnes wort. ein zentrales anliegen ist der witz: die karten sollen leicht wirken, überraschen und ein schmunzeln auslösen, ohne ihre künstlerische ernsthaftigkeit zu verlieren. ursprünglich ist vorgesehen, die mini kunstkarten als kleine, eigenständige kunstwerke zu einem moderaten preis von CHF 5.– zu verkaufen. dieser plan wird jedoch bewusst verworfen. stattdessen werden die karten verschenkt – im austausch gegen einen namen und eine e-mail-adresse. die karte wird so nicht zur ware, sondern zum kontaktpunkt und zur spur einer begegnung. jede karte trägt klare zeichen der autorenschaft und authentizität. sie ist mit zwei fingerabdrücken versehen, trägt beide unterschriften, eine eigene ISPN (international standard product number), einen stempelabdruck sowie die kontaktadresse. diese formale überzeichnung nimmt den kunstmarkt und seine zertifizierungsmechanismen augenzwinkernd auf die schippe und überträgt sie auf ein bewusst kleines, persönliches format. nur ein teil der mini kunstkarten wird während der ausstellung abgegeben. was mit den verbleibenden karten geschieht, bleibt offen. sie können transformiert, weiterbearbeitet oder zu neuen, eigenständigen kleinformatigen werken verdichtet werden. der projektcharakter bleibt bewusst prozessorientiert. der titel mini kunstkarte trägt diese doppeldeutigkeit in sich: er bezeichnet einerseits ein sehr kleines kunstwerk, andererseits bedeutet «mini» im schweizerdeutschen «meine». die karte wird so zur karte der empfängerin oder des empfängers – ein überreichtes, persönliches kunstwerk, das besitz, kontakt und bedeutung neu verhandelt.













